Für viele Politiker steht das Thema Altersvorsorge ganz oben auf ihrer Agenda. Doch während die Parteien der Thematik höchste Priorität einräumen, machen sich die wenigsten Deutschen Gedanken um ihre Vorsorge.Viele Experten befürchten, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung zu gelassen in die Zukunft blickt.

Wenn es um die Zukunft ihrer Altersvorsorge geht, sind die Deutschen relativ optimistisch, auch wenn sich viele Bürger hierzulande denken können, dass die aktuelle Vorsorge nicht unbedingt ausreicht. Im internationalen Vergleich jedoch erweisen sich Deutsche wesentlich optimistischer als andere Völker, wo die Angst um das Leben nach dem Berufsleben die Menschen umtreibt.

Altersvorsorge als Wahlkampfthema

Eigentlich wäre das angebracht, denn die mangelnde Vorsorge der Deutschen wirkt insgesamt und auch hinsichtlich der Haltung dazu fatal bis prekär. Das sehen auch Politiker und ihre Wahlkampfstrategen so, in vielen Parteien steht das Thema Altersvorsorge schon längst ganz oben auf der Agenda. Damit liegen die Parteien rein sachlich auch richtig, dennoch sind die Deutschen ein eigenartig gelassenes Volk, wenn es um ihre persönliche Zukunft geht. Zwar machen sich 66 % einige Gedanken um ihre Vorsorge und sind nicht übertrieben optimistisch.

Das sind aber im globalen Maßstab relativ wenige Menschen, denn international sorgen sich 82 % um ihre Zukunft nach dem Erwerbsleben, in einigen Staaten wie Russland, Mexiko, Südkorea und auch Spanien sind es gar über 90 %. Lediglich in Großbritannien sind die Menschen noch unbeschwerter, nur 6 % überdenken häufiger ihre Altersvorsorge. Auch was die eigenen Nachbarn für ihre Zukunft tun, betrachten die Deutschen gelassen. Zwar denken 72 % daran, dass insgesamt zu wenig vorgesorgt, mithin in künftigen Jahrzehnten die Gemeinschaft überdurchschnittlich belastet werde. Diese Angst treibt in anderen Staaten allerdings sehr viel mehr Personen um, teilweise ist diese Meinung fast durchweg anzutreffen.

Gelassenheit beim Thema Altersvorsorge

Wahrscheinlich ist es Fatalismus, was die Menschen hierzulande immer noch optimistisch bleiben lässt, auch wenn die Gründe dafür eigentlich nicht mehr gegeben sind. An Einsicht fehlt es keinesfalls, wie die Antworten auf andere Fragen ergeben haben. So glauben 59 % der Menschen hierzulande, dass sie im Alter weniger Geld zur Verfügung haben werden, mithin die Altersvorsorge nicht ausreicht, und 81 % aller Befragten erwartet auch keine Hilfe vom Staat. Diese Erwartung gibt es in anderen Ländern ebenso wenig, noch pessimistischer als die Bundesbürger erweisen sich die Japaner, Südkoreaner, die Polen und die Russen. Das spräche eigentlich für eine verstärkte Altersvorsorge, doch nur 79 % glauben, dass das wichtig ist. Altersvorsorge geht jeden etwas an.

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