Die [Riester-Rente] ist inzwischen 12 Jahre alt, sodass es Zeit wird, ein Zwischenfazit zu ziehen. Dieses Zwischenfazit fällt, wie viele Studien bereits belegt haben, für die meisten Sparer ernüchternd aus. Die Regierung arbeitet im Moment an einer Reform der Riester-Rente, um dem normalen Sparer mehr Möglichkeiten für einen Wechsel zu verschaffen und die Kosten transparenter zu machen.

Wer einen staatlich geförderten Vertrag für die eigene Altersvorsorge abschließt, möchte eigentlich eine hohe Rendite und Überschüsse erzielen. Die Praxis zeigt allerdings, dass die Riester-Verträge nur sehr mäßige Erträge erwirtschaften. Viele Sparer erzielen eine höhere Rendite, wenn sie auf eigene Faust für das Alter vorsorgen.

Die Riester-Rente beeinflusst den Aktienmarkt

Der DAX ist in den letzten Monaten stark gestiegen und hat neue Höchstwerte erreicht. Doch am 17. April gab es einen Kursrückgang von ca. 200 Punkten, den sich nur wenige Anleger erklären konnten. Für diesen Kursrutsch war die Riester-Rente verantwortlich. Denn in einem Vertrag der Riester-Rente stecken auch Aktienfonds.

Die Computer sind so programmiert, dass sie Verkäufe tätigen, wenn die Börse fällt. Die meisten Menschen lehnen die Riester-Rente in Kombination mit Aktien allerdings ab. Aus diesem Grund ist es geradezu verwunderlich, dass die Riester-Rente einen solchen Einbruch an der Börse auslösen kann. Die hohe Sensibilität der Riester-Rente im Zusammenhang mit der Börse kann darauf zurückgeführt werden, dass dem kleinen Sparer das eingezahlte Kapital garantiert werden muss.

Dennoch bekommen Sparer nur eine Nullverzinsung, wenn die Aktienfonds keine Rendite erwirtschaften. Nach Abzug der Inflation und Kosten zahlen Sparer dann sogar drauf. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Verträge die Kunden häufig nicht optimal am Aufschwung partizipieren lassen, da die Aktien bei Kursrückgängen verkauft wurden. Allgemein wird das Interesse an Riester, nicht nur deswegen, geringer.

Die versprochenen Renditen wurden nicht erreicht

Wer im Jahr 2002 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, dem haben die Banken und Versicherungen hohe Erträge und Überschüsse versprochen. Die versprochenen Erträge wurden aber niemals erreicht.

Die Garantiezinsen am Rentenmarkt können nicht mehr erreicht werden, da die Zinsen derzeit historisch niedrig sind. Deshalb ziehen sich die Anbieter von Rentenversicherungen im Bereich der staatlich geförderten Altersvorsorge zurück. Die Regierung arbeitet dagegen an einem Informationsblatt, welches die Kosten der Rente transparenter und einen Anbieterwechsel günstiger machen soll.

Kosten vergleichen und von geringen Renditen profitieren

Verbraucher, die in der heutigen Zeit einen geförderten Riester-Vertrag abschließen wollen, sollten sich für Wohn-Riester entscheiden. Wohn-Riester ist der neue Verkaufsschlager bei den privaten Vorsorgeprodukten. Die Renditen sind zwar auf der einen Seite sehr niedrig.

Auf der anderen Seite bekommen Kunden aber ein günstiges Bauspardarlehen. Dabei sollten Interessenten aber die Abschlussgebühren und Folgekosten der einzelnen Anbieter unbedingt miteinander vergleichen, um die Erträge zu erhöhen.

Viele Kunden haben im Jahr 2002 auch Riester-Banksparpläne mit einer attraktiven Verzinsung abgeschlossen. Diese Verzinsung ist aber, wie sich nun herausstellt, variabel. Verbraucher sollten daher die Verträge und Konditionen genau miteinander vergleichen. Auch die prognostizierten Überschüsse sollten hinterfragt werden. Häufig werben die Anbieter nämlich mit diesen Überschüssen, die allerdings nie erreicht werden.

Außerdem versuchen die Anbieter von Rentenversicherungen, ihre Kunden in [Wohn-Riester] umzuschichten. Sie können nämlich die teilweise hohen Garantiezinsen nicht mehr zahlen. Kunden sollten außerdem beachten, dass auch fondsgebundene Versicherungen keine hohen Renditen erzielen. Wurde das Geld, wie bei Union Investment, in Krisenzeiten in Anleihen umgeschichtet, werden nur die neuen Einzahlungen in einen Fonds investiert. Die Erträge bleiben also gering.

Zusammenfassend kann daher gesagt werden, dass die Erträge der Riester-Verträge ernüchternd sind und nur die Kunden profitieren, die mit der Anlagestrategie ihrer Anbieter Glück haben. Wer einen Riester-Vertrag mit hohem Garantiezins besitzt, sollte diesen auf keinen Fall [kündigen]!

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