Rürup-Rente für Beamte

Rürup-Rente für Beamte

Beamte gehören zum Kreis der Förderberechtigten für eine Riester-Rente. Sie könnten also sehr gut eine Riester-Rente abschließen und wären nicht auf eine ergänzende Rürup-Rente angewiesen. Trotzdem kann die Rürup-Rente gerade für Beamte mit einem gehobenen Einkommen interessant sein. Zwar ist die Rürup-Rente eher als Basisrente für Selbständige und Freiberufler gedacht, doch es spricht aufgrund der vielfältigen Vorzüge nichts dagegen, wenn Beamte die private Altersvorsorge mit Steuervorteil abschließen.

Beamte sind im Alter abgesichert

Es ist ein gängiges Vorurteil, dass Beamte sich um ihre finanzielle Situation im Alter keine Gedanken machen müssen. Sie stehen in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis und erhalten eine Pension, die ihnen eine solide Versorgung im Alter garantiert. Trotzdem kann es nicht schaden, eine zusätzliche private Altersvorsorge abzuschließen. Dazu kann sich natürlich eine Riester-Rente anbieten. Der Beamte erhält dann wie jeder unmittelbar Förderberechtigte eine Grundzulage und eine Kinderzulage für jedes kindergeldberechtigte Kind. Doch auch die Rürup-Rente kann zur Ergänzung der staatlichen Pension in Frage kommen. Vor allem Beamte mit einem hohen Einkommen profitieren von der Rürup-Rente, aus der sich ein attraktiver Steuervorteil erzielen lässt.

Steuerliche Vorteile auch für Beamte

Der steuersenkende Effekt der Rürup-Rente greift auch für Beamte in gleicher Höhe. Sie können die Beiträge zur Rürup-Rente bei der jährlichen Steuererklärung angeben und absetzen. Im Jahr 2017 dürfen Alleinstehende 84 Prozent von 23.362,00 Euro pro Jahr und damit 19.624,08 Euro steuermindernd geltend machen. Der Betrag erhöht sich für verheiratete Beamte auf 39.248,16 Euro, sofern beide Ehepartner einen Rürup-Vertrag abschließen. Ob es sinnvoll für Beamte ist, eine Rürup-Rente abzuschließen, muss immer im Einzelfall geprüft werden. Aufgrund des steuersenkenden Effekts kann sie aber bei einem gehobenen Einkommen sehr attraktiv sein. Deshalb sollten Beamte vor dem Vertragsabschluss unbedingt prüfen, ob die Rürup-Rente den gegebenen Versicherungsbedarf abdeckt oder ob die Riester-Rente durch die gewährten Zulagen eher eine interessante zusätzliche Altersvorsorge darstellt.

Familiäre und finanzielle Situation ist maßgeblich

Ob die Riester-Rente oder die Rürup-Rente für Beamte als Ergänzung der staatlichen Pension besser geeignet ist, kann ohne Berücksichtigung aller Einzelheiten nicht seriös beantworten werden. Vielmehr kommt es genau auf die familiäre und die finanzielle Ausgangslage an, welche Variante besser geeignet ist. Als Anhaltspunkt kann gelten, dass Beamte mit einem geringen Einkommen und mit mehreren Kindern mit der Riester-Rente gut beraten sind. Aufgrund der Zulagenförderung ist eine hohe Rendite möglich, mit einer Riester-Rente lassen sich schon bei überschaubaren Beiträgen interessante Leistungen für die private Altersvorsorge erzielen. Etwas anders sieht es bei Beamten mit einem hohen Einkommen aus. Aufgrund des Steuereffekts könnte die Rürup-Rente für diese Verbraucher eher interessant sein. Der steuersenkende Effekt dürfte bei einem gehobenen Einkommen höher sein als der Vorteil der Riester-Zulagen. Trotzdem empfiehlt es sich, die individuelle Situation durch einen Versicherungs- und Steuerexperten genau prüfen zu lassen, damit man die optimale Lösung für den eigenen Versicherungsbedarf findet.

Rürup-Rente für Beamte mit gleichen Konditionen

Wenn sich ein Beamter für eine Rürup-Rente entscheidet, genießt er die gleichen Vorteile wie alle anderen Berufsgruppen. Dazu gehören neben dem Steuereffekt weitere Vorzüge wie die Zahlung der lebenslangen Leibrente. Ein Kapitalwahlrecht besteht bei der Rürup-Rente nicht, auch eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Vielmehr erhält der Beamte sein ganzes Leben lang Monat für Monat eine vereinbarte Rente, die seine Pension ergänzt und die den finanziellen Spielraum im Alter erweitert. Ob eine Ergänzung der Rürup-Rente um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung sinnvoll ist, muss genau analysiert werden. Beamte erhalten bei Dienstunfähigkeit eine Rente durch ihren Dienstherren. Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung ist häufig nicht auf die speziellen Bedürfnisse der Beamten zugeschnitten. Deshalb sollte ein Versicherungsexperte prüfen, ob diese Form der Zusatzversicherung für den Beamten sinnvoll ist oder ob man darauf verzichten kann. Sehr interessant kann dagegen die Absicherung der Hinterbliebenen sein. Der Beamte schließt seinen Vertrag dann mit einer Todesfallleistung ab, die im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Auch die Vereinbarung einer Rentengarantiezeit kann interessant sein, wenn die Rürup-Rente nach dem Tod der versicherten Person noch für einen bestimmten Zeitraum an die Hinterbliebenen gezahlt werden soll. Somit bietet die Rürup-Rente neben dem steuerlichen Effekt noch weitere Vorteile, die abhängig von der familiären Situation durchaus attraktiv sein können.