Einmalzahlung in die Rürup-Rente und ihr Steuerabzug 2026

Eine Einmalzahlung in die Rürup-Rente ist möglich, wenn der Vertrag sie vorsieht. 2026 sind alle Altersvorsorgeaufwendungen zusammen bis 30.826 Euro abziehbar, bei Zusammenveranlagung von Ehegatten bis 61.652 Euro. Der Höchstbetrag begrenzt den Steuerabzug, nicht die Einzahlung. Er gilt auch nicht für die Rürup-Rente allein: Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur landwirtschaftlichen Alterskasse und zu einem berufsständischen Versorgungswerk, das der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbare Leistungen erbringt, zählen im selben Jahr mit. Für eine Einmalzahlung bleibt deshalb nur der Teil des Höchstbetrags frei, den diese Beiträge noch nicht belegen. Bis zu dieser Grenze sind Altersvorsorgeaufwendungen seit 2023 zu 100 Prozent als Sonderausgabe abziehbar.

In Kürze

  • Einmalzahlung und Zuzahlungen sind möglich, wenn der Vertrag sie vorsieht.
  • 2026 abziehbar: ein gemeinsamer Höchstbetrag für alle Altersvorsorgeaufwendungen zusammen; die Werte stehen in der Tabelle unten.
  • Steuerlich zählt bei einer Einmalzahlung das Kalenderjahr, in dem Sie zahlen.

Einmalzahlung und Zuzahlungen hängen vom Vertrag ab

Das Bundeszentralamt für Steuern unterscheidet in seinem Kommentar zum Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (Stand Juni 2024) zwei Vertragsformen: Basisrentenverträge mit einer einmaligen Beitragsleistung, bei denen weitere Beiträge ausgeschlossen sind, und Verträge, in die Sie rechtlich weitere Beiträge zahlen können. Ob Ihr Vertrag Zuzahlungen zulässt, steht in seinen Bedingungen.

Steuerlich berücksichtigt wird eine Zahlung nur, wenn der Vertrag nach § 5a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes zertifiziert ist. Welche Vertragsformen es gibt und was jeder Vertrag erfüllen muss, steht auf der Seite zu den geförderten Produkten.

Höchstbetrag 2026: ein Topf für alle Altersvorsorgeaufwendungen

Für das Steuerjahr 2026 gelten diese Höchstbeträge:

VeranlagungHöchstbetrag 2026
Ledige und einzeln Veranlagte30.826 €
Zusammenveranlagte Ehegatten (gemeinsam, nicht je Person)61.652 €

Die Verdopplung gilt nach § 10 Abs. 3 EStG nur für zusammenveranlagte Ehegatten. Die Deutsche Rentenversicherung nennt den doppelten Betrag „für Verheiratete“; wählt aber einer der Ehegatten die Einzelveranlagung, werden beide einzeln veranlagt, und jeder hat den einfachen Höchstbetrag von 30.826 Euro.

So entsteht der Wert

Das Gesetz knüpft den Höchstbetrag an den Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf volle Euro. Dieser Höchstbeitrag ist der Beitragssatz, angewendet auf die Beitragsbemessungsgrenze. Für 2026:

  • Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung: 124.800 Euro im Jahr
  • Beitragssatz der knappschaftlichen Rentenversicherung: 24,7 Prozent
  • 124.800 Euro × 24,7 Prozent = 30.825,60 Euro, aufgerundet 30.826 Euro
  • Bei Zusammenveranlagung: 30.826 Euro × 2 = 61.652 Euro

Weil sich diese Werte ändern, wird der Höchstbetrag jedes Jahr angepasst.

Wie viel Platz für die Rürup-Rente bleibt

  • Selbständige ohne Pflichtversicherung und ohne Versorgungswerk haben keine weiteren Altersvorsorgeaufwendungen im Topf; der Höchstbetrag steht ganz für Rürup-Beiträge zur Verfügung. Wer in ein Versorgungswerk oder die gesetzliche Rentenversicherung zahlt, zieht diese Beiträge zuerst ab.
  • Angestellte: Ihr eigener Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung und der steuerfreie Arbeitgeberanteil werden den Altersvorsorgeaufwendungen zugerechnet. Beide Beiträge zusammen zählen zum Höchstbetrag; als Sonderausgabe abziehbar ist davon der Teil, der nach Abzug des Arbeitgeberanteils übrig bleibt. Der Arbeitgeberanteil belegt also Platz im Höchstbetrag, ohne selbst abziehbar zu sein.
  • Beamte und andere rentenversicherungsfreie Beschäftigte mit Versorgungsanspruch: Der Höchstbetrag wird um einen fiktiven Gesamtbeitrag gekürzt – einen Betrag, der dem Gesamtbeitrag (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) zur allgemeinen Rentenversicherung entspricht, bezogen auf die Einnahmen aus dieser Tätigkeit. Gekürzt wird der Höchstbetrag auch bei Arbeitnehmern, die nicht rentenversicherungspflichtig sind und im Zusammenhang mit ihrer Berufstätigkeit vertragliche Anwartschaften auf eine Altersversorgung erworben haben.

Was für Ihre Berufsgruppe gilt, steht im Überblick zu den Förderberechtigten.

Das Jahr der Zahlung entscheidet

Nach § 11 EStG sind Ausgaben für das Kalenderjahr abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. Eine Einmalzahlung im Dezember 2026 zählt für 2026, eine Zahlung im Januar 2027 für 2027 – mit dem Höchstbetrag des jeweiligen Jahres. Für regelmäßig wiederkehrende Ausgaben enthält § 11 EStG eine Sonderregel.

Was den Höchstbetrag eines Jahres übersteigt, wird nicht als Sonderausgabe berücksichtigt; § 10 Abs. 3 EStG lässt den Abzug nur bis zu dieser Grenze zu. Wer mehr einzahlen möchte, als in ein Jahr passt, kann die Summe auf mehrere Kalenderjahre verteilen, sofern sein Vertrag Zuzahlungen erlaubt. Wie der Abzug wirkt und wie die Rente später besteuert wird, erklärt die Seite zu den Steuervorteilen.

Für wen eine Einmalzahlung in Betracht kommt

Für Selbständige mit einem guten Geschäftsjahr kommt eine Einmalzahlung infrage, weil der Abzug das zu versteuernde Einkommen genau des Jahres mindert, in dem gezahlt wird. Wie viel Steuer das spart, hängt vom gesamten zu versteuernden Einkommen dieses Jahres ab; mit Ihren eigenen Zahlen lässt es sich im Steuerrechner durchspielen.

Für Menschen kurz vor dem Ruhestand gilt: Der Vertrag darf die Rente frühestens ab Vollendung des 62. Lebensjahres zahlen; bei Verträgen, die vor dem 1. Januar 2012 abgeschlossen wurden, frühestens ab 60. Ausgezahlt wird eine monatliche, lebenslange Rente.

Was mit dem eingezahlten Geld nicht möglich ist

Nach § 10 EStG dürfen die Ansprüche aus einer Basisrente nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sein. Eine Einmalzahlung kommt also nur als Rente zurück, nicht als Kapitalauszahlung. Zwei Ausnahmen sind erlaubt: Bis zu zwölf Monatsrenten dürfen in einer Zahlung zusammengefasst werden, und eine Kleinbetragsrente darf abgefunden werden.

Hinterbliebene erhalten nur dann eine Leistung, wenn der Vertrag zusätzlich eine Hinterbliebenenrente vorsieht; daneben kann er eine Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsminderungsrente einschließen. Wer begünstigt sein kann, steht auf der Seite zum Hinterbliebenenschutz.

Diese Seite erklärt die Rechtslage und ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Wie erfährt das Finanzamt von meiner Einmalzahlung?

Der Anbieter übermittelt die Höhe der im jeweiligen Beitragsjahr geleisteten Beiträge und die Zertifizierungsnummer des Vertrags an die zentrale Stelle (§ 81 EStG). Maßgeblich ist das Jahr, in dem Sie gezahlt haben.

Wann dürfen Ehegatten die Zusammenveranlagung wählen?

Ehegatten können zwischen Einzel- und Zusammenveranlagung wählen, wenn beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, nicht dauernd getrennt leben und diese Voraussetzungen zu Beginn des Veranlagungszeitraums vorgelegen haben oder in seinem Lauf eingetreten sind. Wählt einer von beiden die Einzelveranlagung, werden beide einzeln veranlagt. Dann gilt für jeden der einfache Höchstbetrag aus der Tabelle zum Höchstbetrag 2026.

Steht der Höchstbetrag für 2027 schon fest?

Nein. Ein Referentenentwurf des Bundesarbeitsministeriums sieht vor, dass die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung 2027 auf 130.800 Euro im Jahr steigt. Die Verordnung muss aber noch von der Bundesregierung beschlossen werden und braucht die Zustimmung des Bundesrats. Solange die Verordnung nicht beschlossen ist, lässt sich der Höchstbetrag 2027 noch nicht berechnen (Stand: 02.10.2026).

Was bedeutet es, dass ein Vertrag zertifiziert ist?

Die Zertifizierung nach § 5a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes bestätigt, dass der Vertrag die gesetzlichen Anforderungen an eine Basisrente erfüllt. Ohne sie zählen die Beiträge steuerlich nicht. Ob der Vertrag wirtschaftlich tragfähig ist und der Anbieter seine Zusage erfüllen kann, prüft die Zertifizierungsstelle nicht.

Geprüft von

Erkan Boga

Gründer & Geschäftsführer, Herausgeber von rueruprente24.de

Erkan Boga hat rueruprente24.de 2009 gegründet und prüft heute jede Seite der Website, bevor sie erscheint.

Quellen