Was beim Tod aus der Rürup-Rente wird

Wer Partner oder Kinder absichern will, muss bei der Rürup-Rente (Basisrente) eine Hinterbliebenenrente im selben Vertrag vereinbaren. Ist sie nicht vereinbart, darf der Vertrag beim Tod des Versicherten keine Auszahlung an die Erben vorsehen – ausgenommen die Rente bis zum Ende des Sterbemonats. Grundform jeder Rürup-Rente ist nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG eine monatliche, lebenslange Leibrente auf das Leben des Versicherten. Sie beginnt bei Verträgen, die ab 2012 geschlossen wurden, frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres, bei Vertragsabschluss vor dem 1. Januar 2012 frühestens mit Vollendung des 60. Lebensjahres. Eine Rente für Hinterbliebene ist nur als ergänzende Absicherung im selben Vertrag erlaubt. Die gesetzlichen Regeln gelten mit Stand 02.10.2026; die Auslegung der Finanzverwaltung stammt aus dem Kommentar des Bundeszentralamts für Steuern, Stand Juni 2024.

Ohne Hinterbliebenenrente erhalten Erben höchstens die Rente des Sterbemonats

Die Ansprüche aus einer Rürup-Rente dürfen nicht vererblich sein. Der Vertrag darf deshalb keine Auszahlung an die Erben vorsehen. Neben den erlaubten Auszahlungsformen darf es keinen weiteren Anspruch auf Auszahlung geben. Eine Rückzahlung der Beiträge an die Erben gibt es also nicht. Nur die Rente bis zum Ende des Sterbemonats darf noch an die Erben gezahlt werden.

Wer Partner oder Kinder absichern will, muss die Hinterbliebenenrente im Vertrag vereinbaren. Sie ist eine Zusatzversicherung und nur innerhalb eines einheitlichen Basisrentenvertrags möglich. Sie muss eine Rente zahlen. Welche weiteren Anforderungen jeder Vertrag erfüllen muss, steht auf der Seite zu den geförderten Vertragsformen.

Wer als Hinterbliebener begünstigt sein kann

Hinterbliebene im Sinne der Rürup-Rente sind nach § 10 EStG der Ehegatte und die Kinder, für die der Versicherte Anspruch auf Kindergeld oder auf einen Freibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG hat. Was das Einkommensteuergesetz für Ehegatten regelt, gilt nach § 2 Abs. 8 EStG auch für eingetragene Lebenspartner. Nur diese Personen dürfen begünstigt sein. Ein nicht eingetragener Lebensgefährte, Eltern oder Geschwister können keine Rente aus dem Vertrag erhalten.

Der Vertrag kann diesen Kreis enger fassen:

  • Er kann die Absicherung auf den Ehegatten oder Lebenspartner beschränken oder auf die Kinder.
  • Er kann den Kreis der abgesicherten Kinder einschränken.
  • Er kann verlangen, dass die bezugsberechtigte Person schon bei Abschluss unwiderruflich benannt wird.

Ein Bezugsrecht ist bei der Rürup-Rente sonst unzulässig, ob widerruflich oder unwiderruflich. Für die Hinterbliebenenabsicherung ist es erlaubt, weil die Leistung erst beim Tod des Versicherten fließt. Es bleibt aber auf den gesetzlichen Personenkreis beschränkt. Bei dieser Zusatzabsicherung darf der Empfänger der Leistung ein anderer sein als der, der die Beiträge zahlt. Wer die Rürup-Rente überhaupt nutzen kann, steht auf der Seite der Förderberechtigten.

In welcher Form Hinterbliebene Geld erhalten

Wird die Hinterbliebenenabsicherung später hinzugewählt, ist das beim Tod des Versicherten vorhandene Restkapital für die Rentenzahlung zu verwenden. Wird die Hinterbliebenenrente ausschließlich aus dem Restkapital finanziert, ist das Kapital maßgeblich, das beim Tod noch vorhanden ist.

  • Ehegatte oder Lebenspartner: Die Leistung muss als monatliche, gleichbleibende oder steigende, lebenslange Hinterbliebenenrente gezahlt werden.
  • Übertragung statt Rente: Ist es vorher vertraglich vereinbart, kann das Kapital auf einen zertifizierten Basisrentenvertrag des überlebenden Ehegatten oder Lebenspartners übertragen werden.
  • Kleinbetragsrente: Bei Renten an Hinterbliebene darf eine Kleinbetragsrente schon im Todesfall abgefunden werden. Seit dem 30. Mai 2026 ist das eine Monatsrente von höchstens 1,5 Prozent der monatlichen Bezugsgröße. Die Bezugsgröße beträgt 2026 monatlich 3.955 Euro. Die Grenze liegt damit 2026 bei 59,325 Euro im Monat. Für die Grenze werden alle Verträge des Versicherten beim selben Anbieter zusammengerechnet.
  • Zusammengefasste Zahlung: Bis zu zwölf Monatsleistungen dürfen in einer Auszahlung zusammengefasst werden.

Waisenrente: längstens solange das Kind steuerlich zählt

Eine Waisenrente darf höchstens für den Zeitraum gezahlt werden, in dem das Kind nach § 32 EStG als Kind berücksichtigt wird. Der Vertrag darf sie nach dem Alter des Kindes weiter einschränken, zum Beispiel nur bis zur Volljährigkeit. Die gesetzliche Obergrenze ergibt sich aus § 32 EStG (Stand 2026); nach geleistetem gesetzlichen Grundwehr- oder Zivildienst wird ein Kind für einen entsprechenden Zeitraum über das 21. oder 25. Lebensjahr hinaus berücksichtigt:

Lage des KindesBerücksichtigung längstens
Ohne weitere Voraussetzungbis zum Monat, zu dessen Beginn das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet ist
Volljährig, ohne Beschäftigung und arbeitsuchend gemeldetbis zur Vollendung des 21. Lebensjahres
Volljährig, in Berufsausbildung oder in einem der weiteren gesetzlich genannten Fälle; nach einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium nur, wenn das Kind keiner Erwerbstätigkeit nachgehtbis zur Vollendung des 25. Lebensjahres
Behinderung vor dem 25. Lebensjahr, kann sich nicht selbst unterhaltenohne Altersgrenze

Eine Rentengarantiezeit ist nicht erlaubt

Eine Rentengarantiezeit würde die Rente unabhängig vom Tod bis zum Ende einer vereinbarten Frist weiterzahlen. Das widerspricht der Nichtvererblichkeit. Nach dem Kommentar des Bundeszentralamts für Steuern (Stand Juni 2024), der auf das BMF-Schreiben vom 24. Mai 2017 (Rz. 25) verweist, ist eine solche Vereinbarung bei der Rürup-Rente unzulässig. Der Begriff darf im Vertrag nur als Rechengröße vorkommen. Das bis zum Ende einer solchen rechnerischen Zeit ermittelte Restkapital darf nur als Hinterbliebenenrente ausgezahlt werden.

Was „nicht vererblich“ bedeutet und was nicht

„Nicht vererblich“ heißt, dass der Vertrag nichts an die Erben auszahlt. Hinterbliebene gehen damit nicht leer aus: Gesetzlich zugelassene Hinterbliebenenleistungen berühren die Nichtvererblichkeit nicht.

§ 10 EStG verlangt außerdem, dass die Ansprüche nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht veräußerbar und nicht kapitalisierbar sind:

  • Nicht übertragbar: keine Übertragung auf eine andere Person, auch nicht als Schenkung. Der Vertrag darf den Wechsel in einen eigenen anderen zertifizierten Basisrentenvertrag derselben Produktgruppe zulassen; der Anbieter darf ihn von Voraussetzungen abhängig machen. Auch die Teilung im Versorgungsausgleich bei einer Scheidung ist unschädlich.
  • Nicht beleihbar: keine Abtretung zur Sicherheit und keine Verpfändung.
  • Nicht veräußerbar: kein Verkauf der Ansprüche an Dritte.
  • Nicht kapitalisierbar: kein vertragliches Recht, die Rente in Kapital umzuwandeln.

Hinterbliebenenschutz später einschließen

Eine Absicherung für Hinterbliebene darf auch später hinzugewählt werden. Die Rente wird dann neu berechnet. Wird sie erst zum Rentenbeginn eingeschlossen, muss das garantierte Kapital mit und ohne Hinterbliebenenabsicherung gleich sein. Die bereits gezahlten Beiträge dürfen dabei nicht nachträglich durch einen rückwirkenden Risikoabschlag umgewidmet werden.

Wie die Beiträge steuerlich zählen

Für den Abzug der Beiträge kommt es darauf an, wie die Hinterbliebenenrente finanziert wird:

  • Wird sie nur aus dem beim Tod vorhandenen Restkapital bezahlt, ist sie keine Risikoabsicherung. Der Beitrag zählt insoweit voll zur Altersvorsorge. Das gilt auch, wenn die Absicherung des Partners als Baustein hinzu- oder später abgewählt werden kann, etwa bei Scheidung oder Wiederheirat.
  • Erhält der überlebende Partner selbst eine lebenslange Leibrente, die die Regeln der Basisrente erfüllt, insbesondere beim Mindestalter für den Rentenbeginn, ist der Vertrag insgesamt Altersvorsorge.
  • Erfüllt die Rente für den Partner diese Regeln nicht, liegt eine ergänzende Absicherung vor. Sie ist nach Auffassung der Finanzverwaltung nur unschädlich, wenn mehr als 50 Prozent der Beiträge auf die eigene Altersversorgung entfallen. Maßgeblich ist der konkret zu zahlende Gesamtbeitrag.

Wie der Abzug der Beiträge funktioniert, steht auf der Seite zu den Steuervorteilen. Die Wirkung der Beiträge können Sie mit dem Steuerrechner abschätzen.

Wie die Hinterbliebenenrente besteuert wird

Renten aus Basisrentenverträgen sind nach § 22 EStG sonstige Einkünfte, soweit sie der Besteuerung unterliegen. Der steuerpflichtige Anteil richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Bei Rentenbeginn 2026 beträgt er 84,0 Prozent, bei Rentenbeginn 2027 84,5 Prozent. Der Rest ist der steuerfreie Teil. Er gilt ab dem Jahr nach Rentenbeginn für die gesamte Laufzeit. Die Rente für den Sterbemonat wird steuerlich noch dem Verstorbenen zugerechnet.

Für Renten aus derselben Versicherung, die einander folgen, enthält § 22 EStG eine eigene Regel. Für die spätere Rente gilt der Satz des Jahres, das sich ergibt, wenn die Laufzeit der vorhergehenden Rente vom Beginnjahr der späteren Rente abgezogen wird. Mindestens gilt der Satz für 2005, also 50,0 Prozent. Der Gesetzeswortlaut sagt nicht ausdrücklich, dass eine Hinterbliebenenrente aus einer Rürup-Rente eine solche Folgerente ist. Klären Sie das für Ihren Vertrag mit einem Steuerberater.

Beispiel: Wenn die Regel für Folgerenten greift, gilt Folgendes: Die Altersrente aus einer Rürup-Rente beginnt 2020. Der Versicherte stirbt 2026, und die Hinterbliebenenrente aus demselben Vertrag beginnt 2026.

  • Laufzeit der vorhergehenden Rente: 2026 – 2020 = 6 Jahre.
  • Maßgebliches Jahr für die Hinterbliebenenrente, falls sie als spätere Rente aus derselben Versicherung gilt: 2026 – 6 = 2020.
  • Besteuerungsanteil für 2020: 80,0 Prozent statt 84,0 Prozent für einen Rentenbeginn 2026.
  • Gilt die Regel, wird der steuerfreie Teil der Rente aus 20 Prozent statt 16 Prozent des Jahresbetrags ermittelt; er gilt ab dem Jahr nach Rentenbeginn für die gesamte Laufzeit und wird bei regelmäßigen Rentenanpassungen nicht neu berechnet.

Der Besteuerungsanteil ist kein Steuersatz. Welche Steuer tatsächlich anfällt, hängt vom gesamten zu versteuernden Einkommen des Hinterbliebenen ab.

Diese Seite erklärt die gesetzlichen Regeln. Sie ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Wem steht die Rente für den Sterbemonat zu?

Die Rente darf bis zum Ende des Monats gezahlt werden, in dem der Versicherte stirbt. Sie darf dann noch an die Erben gezahlt werden. Steuerlich wird sie noch dem Verstorbenen zugerechnet.

Kann ich meine Rürup-Rente zu Lebzeiten meinem Kind schenken?

Nein. Der Vertrag muss die Übertragung der Ansprüche auf eine andere Person ausschließen, auch als Schenkung. Der Vertrag darf den Wechsel in einen eigenen anderen zertifizierten Basisrentenvertrag derselben Produktgruppe zulassen; der Anbieter darf ihn von Voraussetzungen abhängig machen. Auch die Teilung im Versorgungsausgleich bei einer Scheidung ist unschädlich.

Was wird bei einer Scheidung aus dem Hinterbliebenenschutz?

Ein Vertrag kann vorsehen, dass die Absicherung des Partners als Baustein wieder abgewählt werden kann, etwa bei Scheidung oder Wiederheirat. Die Teilung der Anrechte im Versorgungsausgleich ist unschädlich.

Fällt auf die Hinterbliebenenrente Erbschaftsteuer an?

Belegt ist nur, dass bei fondsbasierten Rürup-Renten auf die Sterblichkeitsgewinne keine Erbschaftsteuer anfällt. Ob für die Hinterbliebenenrente selbst Erbschaftsteuer anfällt, klären Sie mit einem Steuerberater. Die Einkommensteuer auf die laufende Rente fällt in jedem Fall an.

Lässt sich im selben Vertrag auch Berufsunfähigkeit absichern?

Ja. Neben der Hinterbliebenenrente sind eine Berufsunfähigkeits- und eine Erwerbsminderungsrente als ergänzende Absicherung im einheitlichen Vertrag erlaubt. Bei der Berufsunfähigkeits- und der Erwerbsminderungsabsicherung ist anstelle der Rente oder ergänzend dazu auch eine Beitragsfreistellung möglich. Einzelheiten stehen auf der Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.

Geprüft von

Erkan Boga

Gründer & Geschäftsführer, Herausgeber von rueruprente24.de

Erkan Boga hat rueruprente24.de 2009 gegründet und prüft heute jede Seite der Website, bevor sie erscheint.

Quellen