Wer die Rürup-Rente nutzen kann
Jeder Steuerpflichtige kann Beiträge zu einer zertifizierten Rürup-Rente (Basisrente) 2026 als Sonderausgaben absetzen, zusammen mit seinen Pflichtbeiträgen zur Rente bis 30.826 Euro (zusammenveranlagt 61.652 Euro). Eine bestimmte Berufsgruppe oder ein Mindesteinkommen verlangt das Gesetz nicht. Entscheidend ist, wie viel vom Höchstbetrag schon durch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einem berufsständischen Versorgungswerk belegt ist. Bei Selbständigen ohne Rentenversicherungspflicht und ohne Versorgungswerk ist das nichts. Bei Angestellten belegen ihn der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberanteil, bei Beamten wird er um einen fiktiven Beitrag gekürzt.
Welche Beiträge absetzbar sind
Beiträge zur Rürup-Rente sind Sonderausgaben nach § 10 EStG. Sie werden vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen und mindern so das Einkommen, auf das Steuer anfällt. Wie viel das spart, hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Der Vertrag muss nach § 5a des Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes zertifiziert sein. Zertifizierungsstelle ist das Bundeszentralamt für Steuern.
Der Vertrag darf nur eine monatliche, lebenslange Rente auf das eigene Leben vorsehen. Diese Rente darf frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen. Ergänzend kann er eine Rente bei Berufsunfähigkeit, bei verminderter Erwerbsfähigkeit oder für Hinterbliebene enthalten. Die Finanzverwaltung verlangt dafür, dass mehr als 50 Prozent der Beiträge auf die eigene Altersversorgung entfallen. Was jeder Vertrag sonst erfüllen muss und welche Vertragsformen es gibt, steht auf der Seite zu den geförderten Produkten.
Ein Höchstbetrag für alle Altersvorsorgebeiträge
Das Gesetz zählt die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur landwirtschaftlichen Alterskasse, zu berufsständischen Versorgungswerken und zur Rürup-Rente zu denselben Altersvorsorgeaufwendungen. Für alle zusammen gilt ein Höchstbetrag. Er entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung, aufgerundet auf volle Euro, und wird jedes Jahr angepasst.
So ergibt sich der Wert für 2026:
- Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung 2026: 124.800 Euro
- Beitragssatz der knappschaftlichen Rentenversicherung 2026: 24,7 Prozent
- 124.800 Euro × 24,7 Prozent = 30.825,60 Euro, aufgerundet 30.826 Euro
- Für zusammenveranlagte Ehegatten: 30.826 Euro × 2 = 61.652 Euro
Wie der Abzug die Steuer mindert und wie die Rente später besteuert wird, steht auf der Seite zu den Steuervorteilen. Mit eigenen Zahlen rechnen können Sie im Steuerrechner.
Wie viel Raum jeder Gruppe bleibt
Die Übersicht zeigt, was den Höchstbetrag 2026 je Gruppe bereits belegt.
| Gruppe | Was den Höchstbetrag belegt | Raum für die Rürup-Rente 2026 |
|---|---|---|
| Selbständige ohne Rentenversicherungspflicht, ohne Versorgungswerk und ohne landwirtschaftliche Alterskasse | keine Pflichtbeiträge | bis 30.826 € |
| Pflichtversicherte Selbständige, Mitglieder eines Versorgungswerks | eigene Pflichtbeiträge | 30.826 € minus Pflichtbeiträge |
| Angestellte | Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung (in der allgemeinen Rentenversicherung 2026 zusammen 18,6 %) | 30.826 € minus beide Anteile |
| Beamte | fiktiver Gesamtbeitrag von 18,6 % der Einnahmen aus dem Dienstverhältnis, höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung | 30.826 € minus fiktiver Beitrag |
| Altersvollrentner nach der Regelaltersgrenze | keine Pflichtbeiträge, außer bei Verzicht auf die Versicherungsfreiheit | bis 30.826 € |
| Zusammenveranlagte Ehegatten | Pflichtbeiträge beider Ehegatten | 61.652 € minus diese Beiträge |
Selbständige
Selbständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind und weder einem Versorgungswerk noch der landwirtschaftlichen Alterskasse angehören, zahlen keine Pflichtbeiträge in den gemeinsamen Höchstbetrag. Die Rürup-Rente kann ihn 2026 bis zu 30.826 Euro allein ausfüllen. Unmittelbar riestergefördert sind sie 2026 nicht; ist der Ehegatte unmittelbar gefördert, können sie mittelbar zulageberechtigt sein.
Bestimmte Selbständige sind rentenversicherungspflichtig, zum Beispiel selbständige Lehrer und Erzieher ohne versicherungspflichtige Arbeitnehmer, in die Handwerksrolle eingetragene Handwerker sowie Künstler und Publizisten nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz. Pflichtmitglieder eines Versorgungswerks mit Kammerpflicht können sich von der gesetzlichen Rentenversicherung befreien lassen. In beiden Fällen belegen die Pflichtbeiträge einen Teil des Höchstbetrags. Einzelheiten stehen auf der Seite zur Rürup-Rente für Selbständige.
Angestellte
Wer gegen Arbeitsentgelt beschäftigt ist, ist in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Für die Rürup-Rente bleibt, was nach Abzug Ihres Arbeitnehmeranteils und des Arbeitgeberanteils vom Höchstbetrag übrig ist. Beispiel 2026 bei einem Entgelt ab der Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung von 101.400 Euro: Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zusammen 101.400 Euro × 18,6 Prozent = 18.860,40 Euro. 30.826 Euro − 18.860,40 Euro = 11.965,60 Euro bleiben für die Rürup-Rente. Wie das bei Ihrem Gehalt aussieht, zeigt die Seite zur Rürup-Rente für Angestellte.
Beamte
Beamte, Richter und Soldaten sind in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungsfrei. Weil ihnen eine lebenslange Versorgung zugesagt ist, wird ihr Höchstbetrag gekürzt. Abgezogen wird ein fiktiver Gesamtbeitrag zur allgemeinen Rentenversicherung auf die Einnahmen aus dem Dienstverhältnis, 2026 also 18,6 Prozent, höchstens bis zur Beitragsbemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung. Mehr dazu auf der Seite zur Rürup-Rente für Beamte.
Kurz vor und im Ruhestand
Beiträge zählen für das Kalenderjahr, in dem sie gezahlt werden; regelmäßig wiederkehrende Beiträge kurz vor oder nach dem Jahreswechsel zählen für das Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Wer nach Ablauf des Monats, in dem er die Regelaltersgrenze erreicht hat, eine Vollrente wegen Alters bezieht, ist rentenversicherungsfrei. Neue Pflichtbeiträge belegen den Höchstbetrag dann nicht mehr. Das gilt nicht, wenn ein beschäftigter Rentner gegenüber dem Arbeitgeber auf die Versicherungsfreiheit verzichtet. Was Sie in diesem Alter beachten sollten, steht auf der Seite zur Rürup-Rente für Senioren.
Zusammenveranlagte Ehegatten
Der Höchstbetrag verdoppelt sich nur bei Zusammenveranlagung. Diese gilt, wenn beide Ehegatten sie wählen. Nach Auffassung der Finanzverwaltung ist es dabei gleich, welcher Ehegatte die Beiträge zahlt. Die Pflichtbeiträge beider zur Rentenversicherung oder zum Versorgungswerk zählen in den gemeinsamen Betrag von 61.652 Euro.
Für wen die Rürup-Rente weniger passt
Der Abzug spart nur so lange Steuer, wie das zu versteuernde Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Dieser beträgt 2026 12.348 Euro; bei Zusammenveranlagung gilt er für die Hälfte des gemeinsamen zu versteuernden Einkommens. Wer durch Pflichtbeiträge oder den fiktiven Beitrag schon einen Teil des Höchstbetrags belegt, hat weniger Raum. Der Vertrag sieht zudem nur eine monatliche, lebenslange Rente vor.
Was für und gegen die Rürup-Rente spricht, steht auf der Seite zu den Vor- und Nachteilen. Zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit und für Hinterbliebene siehe die Seiten zur Berufsunfähigkeitsversicherung und zum Hinterbliebenenschutz.
Rechtslage: Stand 02.10.2026; die Auffassung der Finanzverwaltung stammt aus dem BMF-Schreiben vom 24. Mai 2017 und dem Kommentar des Bundeszentralamts für Steuern, Stand Juni 2024. Dieser Text ersetzt keine Steuerberatung im Einzelfall.
Häufige Fragen
Muss ich die Beiträge selbst gegenüber dem Finanzamt nachweisen?
Der Anbieter meldet die im Jahr gezahlten Beiträge mit der Zertifizierungsnummer selbst an die Finanzverwaltung. Die Beiträge zählen für das Kalenderjahr, in dem Sie sie gezahlt haben; regelmäßig wiederkehrende Beiträge kurz vor oder nach dem Jahreswechsel zählen für das Jahr, zu dem sie wirtschaftlich gehören. Die Steuerentlastung folgt mit der Veranlagung für dieses Jahr.
Was sagt die Zertifizierung über einen Vertrag aus?
Die Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt, dass der Vertrag die gesetzlichen Anforderungen nach § 5a AltZertG erfüllt. Nur dann sind die Beiträge absetzbar. Ob der Vertrag wirtschaftlich tragfähig ist und der Anbieter seine Zusage erfüllen kann, prüft die Zertifizierung nicht.
Ab welchem Alter zahlt die Rürup-Rente frühestens?
Bei Verträgen, die ab dem 1. Januar 2012 geschlossen wurden, frühestens mit Vollendung des 62. Lebensjahres. Bei Verträgen, die vor dem 1. Januar 2012 geschlossen wurden, darf die Rente ab Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen.
Haben Angestellte noch Raum für eine Rürup-Rente?
Ja. Der Höchstbetrag von 30.826 Euro gilt 2026 auch für Angestellte, abzüglich Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung. Selbst bei einem Entgelt ab der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 Euro bleiben 11.965,60 Euro (30.826 Euro − 101.400 Euro × 18,6 Prozent).
Steht der Höchstbetrag für 2027 schon fest?
Nein. Der Referentenentwurf zur Rechengrößen-Verordnung 2027 sieht für die knappschaftliche Rentenversicherung eine Beitragsbemessungsgrenze von 130.800 Euro vor. Die Verordnung muss noch von der Bundesregierung beschlossen werden und braucht danach die Zustimmung des Bundesrats.
Wird die Rente später versteuert?
Ja. Renten aus der Rürup-Rente werden wie die gesetzliche Rente besteuert, also erst in der Auszahlungsphase. Wie viel Steuer dann anfällt, hängt vom gesamten zu versteuernden Einkommen im Ruhestand ab.
Geprüft von
Gründer & Geschäftsführer, Herausgeber von rueruprente24.de
Erkan Boga hat rueruprente24.de 2009 gegründet und prüft heute jede Seite der Website, bevor sie erscheint.
Quellen
- Einkommensteuergesetz § 10 (Sonderausgaben), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 2 (Umfang der Besteuerung, Lebenspartner), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 11 (Vereinnahmung und Verausgabung), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 22 (Arten der sonstigen Einkünfte), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 26 (Veranlagung von Ehegatten), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 32a (Einkommensteuertarif), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 10a (Zusätzliche Altersvorsorge), abgerufen am 02.10.2026
- Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG), abgerufen am 02.10.2026
- Bundeszentralamt für Steuern: Kommentar zum Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (Stand Juni 2024), abgerufen am 02.10.2026
- BMF-Schreiben vom 24. Mai 2017 (IV C 3 - S 2221/16/10001 :004): Einkommensteuerrechtliche Behandlung von Vorsorgeaufwendungen – veröffentlicht vom Bayerischen Landesamt für Steuern, abgerufen am 02.10.2026
- Deutsche Rentenversicherung: Vorsorgen und Steuern sparen (Meldung vom 20.04.2026), abgerufen am 02.10.2026
- Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2026, § 4 Beitragsbemessungsgrenzen in der Rentenversicherung, abgerufen am 02.10.2026
- Bekanntmachung der Beitragssätze in der allgemeinen und der knappschaftlichen Rentenversicherung für das Jahr 2026, abgerufen am 02.10.2026
- Sechstes Buch Sozialgesetzbuch § 157 (Grundsatz der Beitragsberechnung), abgerufen am 02.10.2026
- BMAS: Referentenentwurf zur Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2027 (Meldung 2026), abgerufen am 02.10.2026
- Sechstes Buch Sozialgesetzbuch § 1 (Beschäftigte), abgerufen am 02.10.2026
- Sechstes Buch Sozialgesetzbuch § 2 (Selbständig Tätige), abgerufen am 02.10.2026
- Sechstes Buch Sozialgesetzbuch § 5 (Versicherungsfreiheit), abgerufen am 02.10.2026
- Sechstes Buch Sozialgesetzbuch § 6 (Befreiung von der Versicherungspflicht), abgerufen am 02.10.2026
- Altersvorsorgereformgesetz vom 26. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 156), abgerufen am 02.10.2026
- Einkommensteuergesetz § 79 (Zulageberechtigte), abgerufen am 02.10.2026